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Projektmanagement-Software und Projektmanagement-Tools für deutsche Teams

Werkzeuge für Projektarbeit unterscheiden sich weniger in dem, was sie können, als darin, welches Arbeitsmodell sie voraussetzen. Ein Team, das nach Aufgabenlisten arbeitet, braucht etwas anderes als eines, das mit Terminplänen, Abhängigkeiten und Meilensteinen plant, und beide brauchen etwas anderes als eine Agentur, die Projektzeiten in Rechnungen überführt. Deshalb beginnt eine belastbare Auswahl mit dem Vorgehensmodell und nicht mit einer Funktionsliste. Zwei deutsche Besonderheiten kommen hinzu, und beide werden regelmäßig übersehen. Sobald ein Betriebsrat besteht, ist ein Werkzeug, das Aufgaben, Bearbeitungsdauern und Erledigungsquoten je Person ausweist, eine technische Einrichtung im Sinne der Betriebsverfassung.[^betrvg-87] Und die Zeit, die ein Team auf ein Projekt bucht, ist nicht dasselbe wie die Arbeitszeit, die der Arbeitgeber nach dem Arbeitsschutzgesetz zu erfassen hat.[^bag-1abr2221] Wer beides in einem Werkzeug vermischt, bekommt weder eine belastbare Projektkalkulation noch einen tragfähigen Arbeitszeitnachweis.

Warum Projektzeit und Arbeitszeit auseinanderfallen

Das Bundesarbeitsgericht hat am 13. September 2022 entschieden, dass Arbeitgeber nach § 3 Absatz 2 Nummer 1 des Arbeitsschutzgesetzes verpflichtet sind, Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit zu erfassen.[^bag-1abr2221] Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hält dazu fest, dass die gesamte Arbeitszeit aufzuzeichnen ist und dass es dafür derzeit keine Formvorschrift gibt.[^bmas-faq-zeit]

Projektwerkzeuge erfassen dagegen etwas anderes: die Zeit, die auf einen Vorgang entfällt. Diese Buchung endet, wenn niemand mehr an dem Projekt arbeitet, nicht wenn der Arbeitstag endet – Rüstzeiten, Besprechungen ohne Projektbezug und Pausen fallen heraus. Für die Kalkulation ist das richtig, für den gesetzlichen Nachweis genügt es nicht. Betriebe lösen das entweder mit zwei getrennten Erfassungen oder mit einer Zeiterfassung, aus der die Projektbuchung abgeleitet wird.

Die zweite Bewegung betrifft die Zusammenarbeit über den Betrieb hinaus. Sobald externe Beteiligte Zugriff erhalten – Kunden, Freiberufler, Partnerbetriebe – wird aus einer internen Anwendung eine Datenverarbeitung mit mehreren Beteiligten. Die Rollen- und Berechtigungsverwaltung entscheidet dann darüber, wer welche Aufgaben, Kommentare und Dateien sieht, und diese Frage lässt sich nachträglich nur mit Aufwand korrigieren.

Projektmanagement-Tools im Vergleich

10 Lösungen, sortiert nach SpotScore — einer Kennzahl aus Bewertungen, geprüften Erfahrungsberichten und Funktionsumfang.

  1. Zenkit

    9.0 SpotScore4,6 / 5 · 309 BewertungenFreemiumSubscriptionQuotation Based

    Schlankes Projektwerkzeug mit Notizen, verknüpften Dateien und Aufgaben, die sich sofort erledigen oder zuweisen lassen, geräteübergreifend nutzbar.

  2. Hive Project Management

    9.0 SpotScoreSubscriptionFree Trial

    Projektplattform mit mehreren Projektansichten, Aufgabenautomatisierung und Anbindung an Drittanwendungen; Arbeitsabläufe und Auswertungen sind anpassbar.

  3. OpenProject

    8.8 SpotScore4,2 / 5 · 61 BewertungenFree TrialFreemiumOpen-sourceSubscription

    Software für die gemeinsame Planung, Verfolgung und Berichterstattung von Projekten, ausgelegt auf einen schnellen Einstieg über Ansichten und einfache Arbeitsabläufe.

  4. Zenkit Projects

    8.7 SpotScore4,7 / 5 · 81 BewertungenFreemiumSubscriptionQuotation Based

    Projektwerkzeug mit Tabellen-, Datenbank- und Kalenderfunktionen sowie Mindmap; Ansichten lassen sich zwischen Kanban-Board, Tabelle, Aufgabenliste und Kalender wechseln.

  5. Beesbusy

    8.6 SpotScore4,7 / 5 · 30 BewertungenFreemiumSubscriptionQuotation Based

    Projektwerkzeug für die Terminsicherung mit Echtzeitbearbeitung, Teamplänen, Auslastungssteuerung und verschiedenen Arbeitsmodi für Planung und Ressourcenverteilung.

  6. Planio

    8.5 SpotScore4,7 / 5 · 63 BewertungenFree TrialSubscription

    Webbasierte Projektanwendung für Fachleute und Teams, die alle laufenden Projekte in einer Übersicht bündelt.

  7. Conceptboard

    8.5 SpotScore4,2 / 5 · 60 BewertungenFree TrialOne-time licenseSubscription

    Kollaborationsfläche, auf der Teams Ideen einbringen und kommentieren und Informationen aus verschiedenen Quellen in Echtzeit zusammenführen.

  8. airfocus

    8.4 SpotScore4,4 / 5 · 218 BewertungenFree TrialSubscriptionQuotation Based

    Projektsoftware für kleine und mittlere Teams, die alle Arbeitsphasen in einer Anwendung begleitet und auf agiles Vorgehen ausgelegt ist.

  9. Merlin Project

    8.3 SpotScore2,8 / 5 · 4 BewertungenSubscription

    Projektsoftware für Branchen wie Medien, Architektur und Bau, Bildung sowie Forschung und Entwicklung, mit Vorgangsdauern, Abhängigkeiten, Meilensteinen und Projektstrukturplan.

  10. CAMPR

    8.2 SpotScore1,6 / 5 · 496 BewertungenFreemiumOpen-source

    Einfache Projektanwendung für kleine Betriebe: Aufgaben und Zuweisungen, Angebote mit Überführung in Rechnungen sowie Projektkosten, Zeiten und Zahlungsfluss.

Rechtlicher Rahmen in Deutschland

Mitbestimmung bei Aufgaben- und Leistungsdaten

Der Betriebsrat hat mitzubestimmen bei der Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen.[^betrvg-87] Auswertungen zu Bearbeitungsdauern, überfälligen Aufgaben oder Auslastung je Person erfüllen dieses Merkmal, auch wenn sie als Projektsteuerung gedacht sind.

Ergänzend bestimmt der Betriebsrat bei der Ausgestaltung mobiler Arbeit mit, die mittels Informations- und Kommunikationstechnik erbracht wird, sowie bei Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit und der Verteilung der Arbeitszeit auf die Wochentage.[^betrvg-87] Bei verteilten Teams berührt ein Projektwerkzeug damit gleich mehrere Mitbestimmungstatbestände.

Projektzeit ist kein Arbeitszeitnachweis

Nach der Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts vom 13. September 2022 ist der Arbeitgeber verpflichtet, ein System einzuführen, mit dem die geleistete Arbeitszeit erfasst werden kann.[^bag-1abr2221] Nach Auffassung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sind dabei Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit jeder Arbeitnehmerin und jedes Arbeitnehmers aufzuzeichnen, damit sich Höchstarbeitszeit und Ruhezeiten überhaupt überprüfen lassen.[^bmas-faq-zeit] Eine Buchung auf Projektvorgänge erfüllt das nur, wenn sie den gesamten Arbeitstag lückenlos abbildet – was in der Praxis selten der Fall ist.

Beschäftigtendaten in der Projektsteuerung

Personenbezogene Daten von Beschäftigten dürfen für Zwecke des Beschäftigungsverhältnisses verarbeitet werden, soweit dies für dessen Durchführung erforderlich ist.[^bdsg-26] Wird die Verarbeitung auf eine Einwilligung gestützt, ist bei der Beurteilung der Freiwilligkeit die im Beschäftigungsverhältnis bestehende Abhängigkeit zu berücksichtigen; die Einwilligung hat grundsätzlich schriftlich oder elektronisch zu erfolgen, und über Zweck und Widerrufsrecht ist in Textform aufzuklären.[^bdsg-26] Für Auswertungen auf Personenebene ist die Erforderlichkeit deshalb der belastbarere Weg.

Projektunterlagen mit Handelsbriefcharakter

Angebote, Auftragsbestätigungen und Abnahmeschreiben, die ein Handelsgeschäft betreffen, gelten als Handelsbriefe und sind sechs Jahre aufzubewahren; Buchungsbelege acht Jahre.[^hgb-257] Wo ein Projektwerkzeug diese Dokumente führt, wird es mittelbar aufbewahrungsrelevant. Klären Sie deshalb, ob sich solche Unterlagen gezielt ausleiten und getrennt vom übrigen Projektinhalt archivieren lassen.

Externe Beteiligte und Auftragsverarbeitung

Sobald ein Projektwerkzeug Dienstleister, Freiberufler oder Kunden einbindet, verarbeiten mehrere Beteiligte dieselben Daten. Wo ein Dienstleister im Auftrag arbeitet, ist die Beziehung vertraglich zu regeln; wo eigene Zwecke verfolgt werden, tragen die Beteiligten jeweils eigene Verantwortung. Für Beschäftigtendaten gilt dabei unverändert der Maßstab der Erforderlichkeit für die Durchführung des Beschäftigungsverhältnisses.[^bdsg-26] Praktisch heißt das: Externe Zugänge sollten auf die Vorgänge begrenzt sein, für die sie gebraucht werden, und nicht auf ganze Projekträume.

Cloud-Betrieb und Sicherheitsnachweis

Projektdaten enthalten Kalkulationen, Kundennamen und interne Abstimmungen und sind damit für Wettbewerber wie für Angreifer interessant. Der Kriterienkatalog C5 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik beschreibt Mindestanforderungen an die Informationssicherheit von Cloud-Diensten, wird von Wirtschaftsprüfern testiert und ist als Grundlage für die eigene Risikoanalyse gedacht.[^bsi-c5] Mit dem C5:2026 wurden unter anderem Container-Management, Post-Quanten-Kryptographie und Confidential Computing ergänzt; die Kriterien sind für alle Zertifizierungen ab dem 1. Juni 2027 anzuwenden.[^bsi-c5-2026]

Arbeitszeitgrenzen bei Projektspitzen

Terminzusagen ändern nichts an den gesetzlichen Grenzen. Die werktägliche Arbeitszeit darf acht Stunden nicht überschreiten und lässt sich auf bis zu zehn Stunden nur verlängern, wenn im Durchschnitt von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen acht Stunden werktäglich nicht überschritten werden.[^arbzg-3] Hinzu kommt die ununterbrochene Ruhezeit von mindestens elf Stunden nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit.[^arbzg-5] Wer Projektpläne ohne Puffer terminiert, plant damit häufig Überschreitungen ein, die später weder verrechnet noch weggeplant werden können.

Worauf es bei der Auswahl ankommt

Vorgehensmodell zuerst

Prüfen Sie, welches Modell das Werkzeug unausgesprochen voraussetzt. Ein Board mit Spalten unterstellt einen Fluss ohne feste Termine; ein Balkenplan unterstellt Vorgänge mit Dauer und Abhängigkeit; eine Aufgabenliste unterstellt Zuständigkeit ohne Reihenfolge. Teams, die alle drei brauchen, sollten sich vorführen lassen, wie dieselben Daten in allen Ansichten aussehen – und nicht nur, dass es die Ansichten gibt.

Trennung von Projektzeit und Arbeitszeit

Wenn das Werkzeug Zeiten erfasst, klären Sie, was es damit belegt. Für die Kalkulation genügt die Buchung auf Vorgänge; für den gesetzlichen Nachweis müssen Beginn, Ende und Dauer des Arbeitstages erkennbar sein.[^bmas-faq-zeit] Werkzeuge, die beides in einem Datensatz mischen, erzeugen Auswertungen, die für keinen der beiden Zwecke taugen. Sinnvoll ist entweder eine klare Trennung oder eine Schnittstelle zu einem System für die Arbeitszeiterfassung.

Rollen für externe Beteiligte

Lassen Sie sich zeigen, was ein externer Zugang tatsächlich sieht: nur die freigegebenen Vorgänge oder auch die Kommentare daneben, Anhänge, Zeitbuchungen und Namen der Beteiligten. Prüfen Sie, ob sich externe Zugänge befristen lassen und ob ihr Entzug bestehende Kommentare und Dateien betrifft. Bei Zusammenarbeit mit Kunden ist das zugleich eine Frage der Vertraulichkeit gegenüber anderen Auftraggebern.

Auswertungen, die keine Personenbewertung sind

Für die Abstimmung mit dem Betriebsrat hilft es, wenn ein Werkzeug Kennzahlen auf Team-, Projekt- oder Vorgangsebene liefern kann, ohne die Personenebene zu erzwingen.[^betrvg-87] Fragen Sie, welche Berichte sich abschalten oder auf Rollen beschränken lassen und wie lange Aktivitätsprotokolle gespeichert bleiben. Ein Werkzeug, dessen Auswertungen sich nur ganz oder gar nicht aktivieren lassen, verengt den Verhandlungsspielraum.

Anbindung an Fakturierung

In Dienstleistungsbetrieben endet ein Projekt in einer Rechnung. Klären Sie, ob geleistete Stunden mit Satz und Abrechnungsstatus in das Fakturierungssystem übergehen und ob sich Teilabrechnungen abbilden lassen. Da Rechnungen zwischen inländischen Unternehmern seit 2025 in einem strukturierten Format zu stellen sind, sobald die Übergangsfristen auslaufen, gehört auch dieser Weg auf die Prüfliste.[^ustg-14][^ustg-27]

Betriebsart und Speicherort

Quelloffene Werkzeuge lassen sich im eigenen Rechenzentrum betreiben, was den Speicherort zur eigenen Entscheidung macht – und die Pflege ebenfalls. Bei Cloud-Angeboten ist der Kriterienkatalog C5 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik der etablierte Prüfmaßstab; er beschreibt Mindestanforderungen an die Informationssicherheit und wird von Wirtschaftsprüfern testiert.[^bsi-c5] Verlangen Sie den Prüfbericht statt eines Logos.

Import, Export und Altlasten

Projektdaten wandern selten sauber. Lassen Sie sich vorführen, wie ein Import aus dem bisherigen Werkzeug oder aus Tabellen aussieht, was mit Anhängen und Kommentaren passiert und ob Verknüpfungen zwischen Vorgängen erhalten bleiben. Ebenso wichtig ist der Weg hinaus: Ein Export, der Vorgänge, Zeiten, Anhänge und Verläufe zusammenhängend abgibt, hält den Wechsel offen.

Einführung in Etappen

Beginnen Sie mit einem Projekt und einem Team, nicht mit dem gesamten Betrieb. Legen Sie vorher fest, welche Felder verbindlich gefüllt werden und welche entfallen – die häufigste Ursache für unbrauchbare Auswertungen ist nicht das Werkzeug, sondern uneinheitliche Erfassung.

Klären Sie zusätzlich, wer Vorlagen pflegt. Ohne benannte Zuständigkeit entstehen innerhalb weniger Monate parallele Strukturen, die dieselbe Arbeit unterschiedlich abbilden und jede Auswertung über Projekte hinweg wertlos machen.

Benachrichtigungen, die nicht zur Last werden

Werkzeuge mit vielen Beteiligten erzeugen viele Hinweise, und ein Team, das Benachrichtigungen abschaltet, verliert genau die Wiedervorlage, wegen der es das Werkzeug eingeführt hat. Prüfen Sie deshalb, wie fein sich Hinweise steuern lassen: je Projekt, je Vorgangstyp, je Rolle, mit Zusammenfassung statt Einzelmeldung. Bei verteilten Teams berührt die Erreichbarkeit außerhalb der Arbeitszeit zudem die Mitbestimmung bei der Ausgestaltung mobiler Arbeit.[^betrvg-87]

Ressourcenplanung gegen tatsächliche Verfügbarkeit

Eine Planung, die mit acht Stunden pro Person und Tag rechnet, geht regelmäßig nicht auf: Urlaub, Krankheit, Weiterbildung, Besprechungen und Linienaufgaben fehlen darin. Prüfen Sie, ob das Werkzeug Abwesenheiten und eine reduzierte Nettoverfügbarkeit berücksichtigt und ob sich Überbuchungen sichtbar machen lassen, bevor der Termin gefährdet ist. Systeme, die Auslastung nur im Nachhinein anzeigen, helfen bei der Zusage nicht.

Vorlagen und wiederkehrende Vorhaben

Viele Betriebe führen immer wieder dieselbe Art von Projekt durch – eine Einführung, eine Baumaßnahme, eine Kampagne. Prüfen Sie, ob sich daraus eine Vorlage mit Vorgängen, Abhängigkeiten, Rollen und Aufwandsschätzungen bilden lässt und ob eine Änderung an der Vorlage laufende Projekte unberührt lässt. Ohne Vorlagen entstehen innerhalb weniger Monate parallele Strukturen, die eine Auswertung über Projekte hinweg unbrauchbar machen.

Häufige Fragen

Was sind Projektmanagement-Tools?
Anwendungen, die Vorhaben in Vorgänge zerlegen, diese Vorgänge Personen und Terminen zuordnen und den Stand für alle Beteiligten sichtbar halten. Je nach Ausrichtung kommen Terminpläne mit Abhängigkeiten, Boards für den Arbeitsfluss, Zeiterfassung auf Vorgangsebene, Dateiablage und Berichte hinzu. Der eigentliche Unterschied zwischen den Werkzeugen liegt darin, welches Arbeitsmodell sie voraussetzen – und ob Ihr Team ohnehin so arbeitet.
Welche sind die fünf wichtigsten Projektmanagementmethoden?
Im deutschsprachigen Raum sind fünf Vorgehensweisen verbreitet: das klassische Phasenmodell mit festen Abschnitten und Abnahmen, die Netzplantechnik mit kritischem Pfad für terminkritische Vorhaben, Scrum mit festen Iterationen und Rollen, Kanban mit begrenzter paralleler Arbeit ohne feste Iterationen sowie hybride Formen, die eine Phasenplanung nach außen mit iterativer Arbeit nach innen verbinden. Für die Werkzeugwahl ist entscheidend, welche dieser Formen Sie tatsächlich anwenden – ein Board bildet einen kritischen Pfad nicht ab, ein Balkenplan bildet einen Arbeitsfluss ohne Termine schlecht ab.
Welche Projektmanagement-Tools sind bekannt?
Der Markt reicht von quelloffenen Anwendungen zum Selbstbetrieb über schlanke Aufgabenwerkzeuge bis zu Plattformen mit Terminplanung, Ressourcensteuerung und Fakturierung. Statt sich an Bekanntheit zu orientieren, hilft eine Vorauswahl entlang von drei Fragen: Planen Sie mit Terminen und Abhängigkeiten oder mit Arbeitsfluss? Buchen Sie Zeiten auf Vorgänge und rechnen Sie danach ab? Arbeiten Externe mit im System? Die Antworten grenzen die Kandidaten schneller ein als jede Rangliste.
Welche kostenlosen Projektmanagement-Tools gibt es?
Verbreitet sind zwei Wege: kostenfreie Einstiegsstufen kommerzieller Anbieter und quelloffene Software, die im eigenen Rechenzentrum läuft. Bei den Einstiegsstufen lohnt der Blick auf die zuerst erreichte Grenze – Nutzerzahl, Projektzahl, Speicherplatz oder Aufbewahrungsdauer der Historie. Beim Selbstbetrieb verlagert sich der Aufwand auf Aktualisierungen, Sicherungen und Zugriffsschutz, dafür entscheiden Sie über den Speicherort selbst.
Kann ich mit einem Projektmanagement-Tool die gesetzliche Arbeitszeiterfassung erfüllen?
Nur wenn es den gesamten Arbeitstag abbildet. Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden, dass Arbeitgeber nach dem Arbeitsschutzgesetz ein System zur Erfassung der geleisteten Arbeitszeit einzuführen haben.[^bag-1abr2221] Nach Auffassung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sind Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit aufzuzeichnen, damit Höchstarbeitszeit und Ruhezeiten überprüfbar bleiben.[^bmas-faq-zeit] Eine Buchung, die nur projektbezogene Stunden erfasst, lässt Lücken und trägt den Nachweis daher nicht.
Muss der Betriebsrat einem Projektmanagement-Tool zustimmen?
Wenn das Werkzeug Verhalten oder Leistung erfassen kann, ja – das Mitbestimmungsrecht bei Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen setzt keine Überwachungsabsicht voraus.[^betrvg-87] Bei verteilten Teams kommt die Mitbestimmung bei der Ausgestaltung mobiler Arbeit hinzu, die mittels Informations- und Kommunikationstechnik erbracht wird.[^betrvg-87] Führen Sie das Gespräch mit konkreten Angaben: welche Berichte entstehen, wer sie aufrufen kann und wie lange Verlaufsdaten gespeichert bleiben.
Welche Rolle spielt künstliche Intelligenz bei der Projektplanung?
Aktuell vor allem bei Vorschlägen: Aufgaben aus Besprechungsnotizen ableiten, Termine bei Verzug neu berechnen, Aufwände aus vergleichbaren Vorgängen schätzen, Texte für Statusberichte entwerfen. Für die Auswahl ist weniger die Funktion selbst interessant als ihr Datenweg. Klären Sie, welche Inhalte den Betrieb dafür verlassen, ob sie zur Modellverbesserung genutzt werden und ob sich die Funktion abschalten lässt – und ziehen Sie, wo Beschäftigtendaten betroffen sind, die Grenze der Erforderlichkeit.[^bdsg-26]
Welches Projektmanagement-Tool passt zu einer Agentur?
Agenturen brauchen die Kette von der Kalkulation über die Zeitbuchung bis zur Rechnung in einem Fluss. Entscheidend sind daher drei Eigenschaften: Stundensätze je Rolle und Projekt, eine Zeitbuchung, die abrechenbare und nicht abrechenbare Anteile trennt, und ein Übergang in die Fakturierung, der Teilrechnungen und Nachträge abbildet. Da Rechnungen zwischen inländischen Unternehmern nach Ablauf der Übergangsfristen in einem strukturierten Format zu stellen sind, gehört auch dieser Anschluss auf die Prüfliste.[^ustg-27]
Wie viele Projektmanagement-Tools braucht ein Unternehmen?
In der Regel eines für die Projektsteuerung und eines für die Arbeitszeit – beides in einem Werkzeug zu erzwingen, führt meist dazu, dass eine der beiden Aufgaben schlecht erfüllt wird. Der Grund liegt in den unterschiedlichen Anforderungen: Die Projektbuchung braucht Zuordnung zu Vorgängen und Sätzen, der gesetzliche Arbeitszeitnachweis braucht Lückenlosigkeit über den ganzen Tag.[^bmas-faq-zeit] Wo beides ohnehin in einem System läuft, prüfen Sie, ob sich die zwei Sichten getrennt auswerten lassen.
Was gehört in eine Betriebsvereinbarung zu einem Projektwerkzeug?
Sinnvoll sind vier Punkte: welche Datenfelder erhoben werden, welche Auswertungen zulässig sind und wer sie aufrufen darf, wie lange Aktivitätsprotokolle gespeichert bleiben und wie mit Zeitbuchungen umgegangen wird. Grundlage ist das Mitbestimmungsrecht bei Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen, die Verhalten oder Leistung erfassen können; bei verteilten Teams kommt die Ausgestaltung mobiler Arbeit hinzu.[^betrvg-87] Anbieter, die eine vollständige Feldübersicht bereitstellen, verkürzen diese Verhandlung spürbar.
Was unterscheidet Projektmanagement-Software von einem einfachen Aufgabenwerkzeug?
Ein Aufgabenwerkzeug verwaltet Zuständigkeit und Fälligkeit. Projektmanagement-Software fügt drei Dinge hinzu, die im Alltag den Unterschied machen: Abhängigkeiten zwischen Vorgängen, sodass eine Verschiebung nachfolgende Termine verändert; Aufwand und Auslastung, sodass sich Zusagen prüfen lassen; und eine Struktur über mehrere Projekte hinweg, sodass Ressourcenkonflikte sichtbar werden. Wer nur Aufgaben verteilt, braucht diese Ebenen nicht – wer Termine gegenüber Kunden zusagt, kommt ohne sie selten aus.
Wie steigt ein Team von Tabellen auf ein Projektwerkzeug um?
Am verlässlichsten funktioniert der Umstieg mit einem laufenden Projekt statt mit einer Sammelmigration. Übernehmen Sie zunächst nur Vorgänge, Verantwortliche und Termine; Historie und Anhänge folgen später oder gar nicht. Legen Sie vor dem Start fest, welche Felder verbindlich sind, und lassen Sie die Tabelle für einige Wochen als Kontrolle mitlaufen, ohne sie weiterzupflegen. Bestehen ein Betriebsrat und Auswertungen auf Personenebene, gehört die Abstimmung vor den ersten Rollout.[^betrvg-87]

Quellen