FREE2026 HR Software Comparison|Independent, data-backed — no sales callGet the PDF →

HR-Software in Deutschland: Rechtsrahmen, Auswahlkriterien und Einführung

HR-Software verwaltet die sensibelsten Daten eines Betriebs. Genau deshalb wird sie in Deutschland an mehr Stellen reguliert als jede andere betriebliche Anwendung: Der Beschäftigtendatenschutz begrenzt, was gespeichert und ausgewertet werden darf.[^bdsg-26] Die Betriebsverfassung begrenzt, wie ein System eingeführt wird und was es über Einzelne ausweisen darf.[^betrvg-87] Und mehrere Einzelgesetze knüpfen Pflichten an Beschäftigtenzahlen: eine Datenschutzbeauftragte oder ein Datenschutzbeauftragter ab 20 Personen in der automatisierten Verarbeitung[^bdsg-38], eine interne Meldestelle ab 50 Beschäftigten[^hinschg-12], ein Auskunftsanspruch zum Entgelt ab mehr als 200 Beschäftigten im Betrieb[^entgtranspg-12]. Daraus folgt ein Auswahlansatz, der sich vom internationalen unterscheidet. Die erste Frage lautet nicht, welche Module ein System mitbringt, sondern welche Schwellen Ihr Betrieb überschreitet und welche davon das System abbilden muss. Die zweite Frage betrifft die Zuständigkeit: Vieles, was HR-Software verspricht, ist in Deutschland an Mitbestimmung gebunden und damit an eine Verhandlung, die vor dem Rollout stattfindet.

Schwellenwerte bestimmen den Bedarf, nicht die Betriebsgröße

In Deutschland zählten 2024 rund 3,2 Millionen Unternehmen zu den kleinen und mittleren, davon 2,7 Millionen zu den Kleinstunternehmen; 54 Prozent der 39,3 Millionen Beschäftigten arbeiteten in kleinen und mittleren Unternehmen.[^destatis-kmu] Der Bedarf an HR-Software folgt dieser Verteilung aber nur teilweise, weil die maßgeblichen Pflichten an Schwellen hängen und nicht an Umsatz oder Branche.

Ein Betrieb mit 55 Beschäftigten benötigt eine interne Meldestelle[^hinschg-12], hat mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Datenschutzbeauftragte oder einen Datenschutzbeauftragten zu benennen[^bdsg-38] und unterliegt bei personellen Einzelmaßnahmen der Mitbestimmung, sofern ein Betriebsrat besteht[^betrvg-99]. Ein Betrieb mit 210 Beschäftigten muss zusätzlich Auskunft über Vergleichsentgelte erteilen können[^entgtranspg-12]. Ab mehr als 500 Beschäftigten und bestehender Lageberichtspflicht kommt ein regelmäßiger Bericht zu Gleichstellung und Entgeltgleichheit hinzu[^entgtranspg-21].

Für die Auswahl heißt das: Prüfen Sie zuerst, an welcher Schwelle Ihr Betrieb steht und welche er in den nächsten drei Jahren überschreiten wird. Ein System, das Entgeltstrukturen nicht vergleichbar abbilden kann, wird beim Überschreiten der 200er-Grenze zum Nacharbeitsprojekt.

HR-Software im Vergleich

10 Lösungen, sortiert nach SpotScore — einer Kennzahl aus Bewertungen, geprüften Erfahrungsberichten und Funktionsumfang.

  1. Rippling

    9.4 SpotScore4,9 / 5 · 1.022 BewertungenQuotation Based

    Plattform für die Verwaltung verteilter Belegschaften, die Personal, IT und Finanzen zusammenführt und den Beschäftigungszyklus von der Einstellung bis zur Abrechnung abbildet.

  2. Remote.com

    9.4 SpotScore4,4 / 5 · 2 BewertungenSubscription

    Plattform für ortsunabhängiges Arbeiten mit länderübergreifender Entgeltabrechnung, rechtssicheren Verträgen und Verwaltung von Zusatzleistungen über mehrere Rechtsräume hinweg.

  3. IceHrm

    8.7 SpotScore4,4 / 5 · 53 BewertungenFree TrialFreemiumOne-time licenseOpen-sourceSubscription

    Personalverwaltung für kleine und mittlere Betriebe mit Abwesenheitsverwaltung, Anwesenheitserfassung und Personalakte an einer Stelle.

  4. Frappe HR

    8.6 SpotScoreQuotation BasedSubscriptionOpen-source

    Quelloffene Plattform für Personalverwaltung und Entgeltabrechnung mit Auswertungen zu Beschäftigtenkennzahlen, cloudseitig betrieben und ohne lokale Installation nutzbar.

  5. Cornerstone HR

    8.5 SpotScore3,8 / 5 · 55 BewertungenQuotation Based

    Plattform für Personaldaten und Belegschaftssteuerung in mittleren und großen, länderübergreifend tätigen Organisationen, mit zentraler Personalakte und konfigurierbaren Schnittstellen.

  6. MIhi

    8.5 SpotScore0,5 / 5 · 1 BewertungenQuotation Based

    Cloudbasierte Personalsoftware mit Modulen zur Steuerung von Personal und Prozessen, ab Werk für mehr als 40 Länder ausgelegt.

  7. Deel

    8.5 SpotScore3,9 / 5 · 705 BewertungenSubscriptionQuotation Based

    Plattform für die Verwaltung internationaler Belegschaften von der Einarbeitung bis zur landesbezogenen Abrechnung, mitwachsend von kleinen Teams bis zu großen Organisationen.

  8. Oyster

    8.4 SpotScoreFree TrialSubscriptionQuotation Based

    Plattform für internationale Beschäftigung, über die sich Mitarbeitende und Auftragnehmer ohne eigene Landesgesellschaft einstellen, einarbeiten, bezahlen und verwalten lassen.

  9. Sequoia

    7.9 SpotScore4,3 / 5 · 23 BewertungenQuotation Based

    Plattform, die Vergütung, Zusatzleistungen, Gesundheitsangebote sowie Personal- und Abrechnungsprozesse zusammenführt und um fachliche Beratung ergänzt.

  10. Hono AI

    7.9 SpotScoreQuotation Based

    HCM-Plattform, die Personalverwaltung und länderübergreifende Entgeltabrechnung in einem System verbindet, einschließlich Personalprozessen und Leistungsverfolgung.

Rechtlicher Rahmen in Deutschland

Beschäftigtendatenschutz nach § 26 BDSG

Personenbezogene Daten von Beschäftigten dürfen für Zwecke des Beschäftigungsverhältnisses verarbeitet werden, wenn dies für die Entscheidung über die Begründung, für die Durchführung oder für die Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses erforderlich ist oder wenn es der Ausübung von Rechten und Pflichten der Interessenvertretung dient.[^bdsg-26]

Für die Aufdeckung von Straftaten gilt ein engerer Maßstab: Es braucht zu dokumentierende tatsächliche Anhaltspunkte für einen Verdacht, die Verarbeitung muss zur Aufdeckung erforderlich sein, und das schutzwürdige Interesse der betroffenen Person darf nicht überwiegen.[^bdsg-26] Wird die Verarbeitung auf eine Einwilligung gestützt, ist die im Arbeitsverhältnis bestehende Abhängigkeit bei der Beurteilung der Freiwilligkeit zu berücksichtigen; die Einwilligung hat grundsätzlich schriftlich oder elektronisch zu erfolgen, und über Zweck sowie Widerrufsrecht ist in Textform aufzuklären.[^bdsg-26]

Datenschutzbeauftragte ab 20 Personen

Verantwortliche und Auftragsverarbeiter benennen eine Datenschutzbeauftragte oder einen Datenschutzbeauftragten, soweit sie in der Regel mindestens 20 Personen ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigen.[^bdsg-38] Unabhängig von dieser Zahl gilt die Pflicht, wenn Verarbeitungen einer Datenschutz-Folgenabschätzung unterliegen.[^bdsg-38] Da HR-Software regelmäßig besondere Kategorien personenbezogener Daten berührt, etwa Angaben zu Gesundheit im Rahmen von Fehlzeiten, ist die Folgenabschätzung ein realistischer Anknüpfungspunkt.

Mitbestimmung bei Einführung und Auswertung

Der Betriebsrat bestimmt mit bei der Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen.[^betrvg-87] Weiter erstreckt sich die Mitbestimmung auf Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit einschließlich der Pausen, auf die Verteilung der Arbeitszeit auf die Wochentage und auf die Ausgestaltung mobiler Arbeit.[^betrvg-87] Eine HR-Plattform, die Zeitwirtschaft, Abwesenheiten und Leistungsbeurteilung zusammenführt, berührt damit mehrere Tatbestände gleichzeitig.

Mitbestimmung bei personellen Einzelmaßnahmen

In Unternehmen mit in der Regel mehr als zwanzig wahlberechtigten Arbeitnehmern ist der Betriebsrat vor jeder Einstellung, Eingruppierung, Umgruppierung und Versetzung zu unterrichten; der Arbeitgeber legt die erforderlichen Bewerbungsunterlagen vor und holt die Zustimmung ein.[^betrvg-99] Bei Einstellungen und Versetzungen sind insbesondere der vorgesehene Arbeitsplatz und die vorgesehene Eingruppierung mitzuteilen.[^betrvg-99] Ein Bewerbermanagement, das diesen Schritt als Vorgang mit Fristen und Unterlagen abbildet, spart Abstimmungsaufwand – und dokumentiert ihn zugleich.

Nachweispflicht bei Vertragsbedingungen

Der Arbeitgeber hat die wesentlichen Vertragsbedingungen schriftlich niederzulegen, zu unterzeichnen und auszuhändigen.[^nachwg-2] Die Niederschrift kann in Textform abgefasst und elektronisch übermittelt werden, sofern das Dokument zugänglich ist, gespeichert und ausgedruckt werden kann und der Arbeitgeber zugleich zur Erteilung eines Empfangsnachweises auffordert.[^nachwg-2] Für Beschäftigte in den Wirtschaftsbereichen des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes bleibt es bei der Schriftform.[^nachwg-2] Für HR-Software heißt das: Die elektronische Zustellung ist möglich, aber an einen dokumentierten Empfang gebunden.

Interne Meldestelle ab 50 Beschäftigten

Beschäftigungsgeber mit in der Regel mindestens 50 Beschäftigten haben eine interne Meldestelle einzurichten und zu betreiben.[^hinschg-12] Für bestimmte Unternehmen des Finanz- und Wertpapiersektors gilt die Pflicht unabhängig von der Beschäftigtenzahl.[^hinschg-12] Die verpflichteten Beschäftigungsgeber erteilen der Meldestelle die notwendigen Befugnisse, um Meldungen zu prüfen und Folgemaßnahmen zu ergreifen.[^hinschg-12] Manche HR-Plattformen bringen dafür ein eigenes, vom übrigen Personalbereich abgeschottetes Modul mit.

Entgelttransparenz ab 200 Beschäftigten

Der individuelle Auskunftsanspruch zum Entgelt besteht in Betrieben mit in der Regel mehr als 200 Beschäftigten bei demselben Arbeitgeber.[^entgtranspg-12] Die Auskunftspflicht umfasst nur Entgeltregelungen, die in demselben Betrieb und bei demselben Arbeitgeber angewendet werden.[^entgtranspg-12] Zum Schutz personenbezogener Daten ist das Vergleichsentgelt nicht anzugeben, wenn die Vergleichstätigkeit von weniger als sechs Beschäftigten des jeweils anderen Geschlechts ausgeübt wird.[^entgtranspg-12] Ein System, das Tätigkeiten vergleichbar klassifiziert, macht diese Auskunft überhaupt erst berechenbar.

Bericht zu Gleichstellung und Entgeltgleichheit

Arbeitgeber mit in der Regel mehr als 500 Beschäftigten, die zur Erstellung eines Lageberichts nach dem Handelsgesetzbuch verpflichtet sind, erstellen einen Bericht zu Gleichstellung und Entgeltgleichheit.[^entgtranspg-21] Darzustellen sind die Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung und zur Herstellung von Entgeltgleichheit samt ihrer Wirkungen; wer keine Maßnahmen durchführt, hat dies zu begründen.[^entgtranspg-21] Der Bericht enthält zusätzlich nach Geschlecht aufgeschlüsselte Angaben zur durchschnittlichen Gesamtzahl der Beschäftigten sowie zur durchschnittlichen Zahl der Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten.[^entgtranspg-21]

Arbeitszeiterfassung als HR-Aufgabe

Nach dem Beschluss des Bundesarbeitsgerichts vom 13. September 2022 sind Arbeitgeber nach § 3 Absatz 2 Nummer 1 des Arbeitsschutzgesetzes verpflichtet, Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit zu erfassen.[^bag-1abr2221] Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales stellt klar, dass die gesamte Arbeitszeit aufzuzeichnen ist, dass derzeit keine Formvorschrift besteht und dass Vertrauensarbeitszeit weiterhin vereinbart werden kann, solange Höchstarbeitszeit und Ruhezeiten eingehalten werden.[^bmas-faq-zeit] In vielen Betrieben landet diese Aufgabe in der HR-Plattform, weil dort Stammdaten und Abwesenheiten ohnehin geführt werden.

Worauf es bei der Auswahl ankommt

Rechte- und Sichtbarkeitskonzept

HR-Software macht Daten sichtbar, die vorher in Ordnern lagen. Prüfen Sie, wer Gehaltsangaben, Beurteilungen, Fehlzeitengründe und Bewerbungsunterlagen sehen kann und ob sich diese Sichten je Rolle trennen lassen. Der Maßstab liefert das Erforderlichkeitsprinzip: Zulässig ist die Verarbeitung, soweit sie für die Durchführung des Beschäftigungsverhältnisses nötig ist.[^bdsg-26] Ein System, in dem eine Führungskraft standardmäßig alles sieht, verfehlt diesen Maßstab schon in der Voreinstellung.

Abbildung der Schwellenwerte

Fragen Sie konkret nach: Kann das System eine interne Meldestelle mit abgeschottetem Zugriff betreiben[^hinschg-12], Tätigkeiten so klassifizieren, dass Vergleichsentgelte ermittelbar werden[^entgtranspg-12], und die nach Geschlecht aufgeschlüsselten Kennzahlen für den Bericht zu Gleichstellung und Entgeltgleichheit liefern[^entgtranspg-21]? Diese drei Punkte trennen Systeme für den deutschen Markt von international zugeschnittenen Plattformen deutlicher als jede Funktionsliste.

Arbeitszeit, Abwesenheit und Entgelt in einer Kette

Klären Sie, wie Zeitdaten in die Abrechnung gelangen und wo sie zuvor geprüft werden. Da die gesamte Arbeitszeit aufzuzeichnen ist und für die Aufzeichnung derzeit keine Formvorschrift besteht, ist die entscheidende Frage nicht das Erfassungsgerät, sondern die Vollständigkeit und die Nachvollziehbarkeit von Korrekturen.[^bmas-faq-zeit] Sehen Sie sich an, wie eine nachträgliche Änderung an einem Zeitkonto protokolliert wird und wer sie freigibt.

Digitale Personalakte und Aufbewahrung

Eine Personalakte enthält Unterlagen mit sehr unterschiedlichen Fristen – von Vertragsunterlagen über Abrechnungsbelege bis zu Bewerbungen, die nach Abschluss des Verfahrens zu löschen sind. Prüfen Sie, ob sich Fristen je Dokumentart hinterlegen lassen und ob das System Löschungen anstößt statt sie nur zu ermöglichen. Wo Unterlagen zugleich Buchungsbelege sind, greift die achtjährige Aufbewahrungsfrist der Abgabenordnung.[^ao-147]

Betriebsvereinbarung als Auswahlkriterium

Weil die Einführung einer HR-Plattform mit Zeit-, Abwesenheits- und Beurteilungsdaten mehrere Mitbestimmungstatbestände berührt[^betrvg-87], ist die Verhandelbarkeit selbst ein Auswahlkriterium. Fragen Sie, welche Auswertungen sich abschalten lassen, ob Aufbewahrungsdauern für Protokolle einstellbar sind und ob es eine dokumentierte Übersicht der erhobenen Felder gibt. Anbieter, die eine solche Übersicht bereitstellen, verkürzen die Verhandlung erheblich.

Betriebsart, Standort und Nachweise

Lassen Sie sich den Verarbeitungsstandort und die Unterauftragnehmer nennen. Für Cloud-Angebote liefert der Kriterienkatalog C5 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik einen geprüften Maßstab; er beschreibt Mindestanforderungen an die Informationssicherheit, wird von Wirtschaftsprüfern testiert und ist als Grundlage für das eigene Risikomanagement gedacht.[^bsi-c5] Mit dem C5:2026 hat das BSI den Katalog fortgeschrieben.[^bsi-c5-2026]

Ausstieg und Datenübernahme

Personaldaten sind der Bestand, den ein Betrieb am wenigsten neu aufbauen kann. Vereinbaren Sie vor Vertragsschluss, in welchem Format Stammdaten, Dokumente, Zeitkonten und Abwesenheitssalden abgegeben werden und wie lange nach Vertragsende zugegriffen werden kann. Prüfen Sie zusätzlich, ob Dokumente mit ihren Metadaten – Dokumentart, Datum, Zuordnung – herausgehen und nicht als unsortierte Dateisammlung.

Bewerbung und Löschung nach dem Verfahren

Bewerbungsdaten sind der Teil einer HR-Plattform mit der kürzesten zulässigen Verweildauer und der höchsten Zahl an Beteiligten. Prüfen Sie, ob sich Fristen je Verfahrensstand hinterlegen lassen, ob eine Aufnahme in einen Talentpool eine gesonderte Einwilligung verlangt und ob Bewertungen von Führungskräften getrennt von den Unterlagen selbst gespeichert werden. Wo ein Betriebsrat besteht, ist er in Unternehmen mit in der Regel mehr als zwanzig wahlberechtigten Arbeitnehmern vor jeder Einstellung zu unterrichten und legt dabei Wert auf nachvollziehbare Unterlagen.[^betrvg-99]

Häufige Fragen

Was bedeutet HR-Software?
Der Begriff fasst Anwendungen zusammen, die Personalarbeit abbilden: Stammdaten und digitale Personalakte, Bewerbung und Einstellung, Arbeitszeit und Abwesenheit, Entgelt, Weiterbildung und Beurteilung. Manche Systeme decken alles ab, andere spezialisieren sich auf einen Ausschnitt. In Deutschland kommt eine Aufgabe hinzu, die international selten mitgedacht wird: Das System muss die Pflichten abbilden, die an Beschäftigtenzahlen hängen – von der Meldestelle ab 50 Beschäftigten[^hinschg-12] bis zum Entgeltauskunftsanspruch ab mehr als 200[^entgtranspg-12].
Welche HR-Software eignet sich für kleine Unternehmen?
Bei bis zu etwa 50 Beschäftigten stehen digitale Personalakte, Urlaubs- und Abwesenheitsverwaltung sowie eine belastbare Arbeitszeiterfassung im Vordergrund; die Entgeltabrechnung bleibt häufig bei der Steuerkanzlei. Achten Sie darauf, ob das System die Zeitdaten in einem Format abgibt, das die Kanzlei einlesen kann. Und rechnen Sie die nächste Schwelle mit: Ab 50 Beschäftigten wird eine interne Meldestelle verpflichtend.[^hinschg-12]
Gibt es kostenlose HR-Tools?
Ja, sowohl als kostenfreie Einstiegsstufe kommerzieller Anbieter als auch als quelloffene Personalverwaltung zum Selbstbetrieb. Für Betriebe mit wenigen Beschäftigten trägt das oft weit. Prüfen Sie zwei Punkte besonders sorgfältig: ob sich Zugriffsrechte fein genug abstufen lassen, um dem Erforderlichkeitsprinzip zu genügen[^bdsg-26], und wer im Selbstbetrieb Aktualisierungen und Sicherungen verantwortet – Personaldaten sind der Bestand mit dem höchsten Schadenspotenzial.
Welche Software eignet sich für die Personalplanung?
Für die Einsatzplanung in Schichtbetrieben zählen andere Eigenschaften als für die mittelfristige Personalbedarfsplanung. Bei der Einsatzplanung geht es um Verfügbarkeiten, Qualifikationen, Ruhezeiten und Tauschanfragen; die gesetzlichen Grenzen ergeben sich aus der werktäglichen Höchstarbeitszeit von acht Stunden, die auf bis zu zehn verlängert werden kann, wenn im Durchschnitt von sechs Kalendermonaten oder 24 Wochen acht Stunden nicht überschritten werden[^arbzg-3], sowie aus der ununterbrochenen Ruhezeit von mindestens elf Stunden[^arbzg-5]. Ein Planungswerkzeug, das diese Grenzen bei der Planung prüft statt hinterher, verhindert die meisten Konflikte.
Braucht die Einführung von HR-Software eine Betriebsvereinbarung?
Sobald ein Betriebsrat besteht und das System Verhalten oder Leistung erfassen kann, greift das Mitbestimmungsrecht bei Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen.[^betrvg-87] Bei Zeitwirtschaft kommen Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit sowie die Verteilung auf die Wochentage hinzu, bei verteilten Teams die Ausgestaltung mobiler Arbeit.[^betrvg-87] In der Praxis wird daraus eine Vereinbarung, die Datenfelder, Auswertungen, Zugriffsrechte und Aufbewahrungsdauern festhält – und die vor dem Rollout stehen sollte.
Darf ich Arbeitsverträge nur elektronisch zustellen?
Die Niederschrift der wesentlichen Vertragsbedingungen darf in Textform abgefasst und elektronisch übermittelt werden, wenn das Dokument für die Arbeitnehmerin oder den Arbeitnehmer zugänglich ist, gespeichert und ausgedruckt werden kann und der Arbeitgeber mit der Übermittlung zur Erteilung eines Empfangsnachweises auffordert.[^nachwg-2] Auf Verlangen ist die Niederschrift unverzüglich in Schriftform zu erteilen.[^nachwg-2] Für Beschäftigte in den Wirtschaftsbereichen des Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetzes gilt diese Erleichterung nicht.[^nachwg-2]
Ab wann brauche ich eine interne Meldestelle im HR-System?
Ab in der Regel 50 Beschäftigten.[^hinschg-12] Für bestimmte Unternehmen des Finanz-, Wertpapier- und Versicherungssektors gilt die Pflicht unabhängig von der Beschäftigtenzahl.[^hinschg-12] Ob die Meldestelle im HR-System oder getrennt davon läuft, ist eine Organisationsfrage; entscheidend ist, dass die Stelle die notwendigen Befugnisse erhält, Meldungen zu prüfen und Folgemaßnahmen zu ergreifen[^hinschg-12], und dass der Zugriff vom übrigen Personalbereich abgeschottet ist.
Welche Kennzahlen muss HR-Software für die Entgelttransparenz liefern?
Ab mehr als 200 Beschäftigten im Betrieb muss der Arbeitgeber Auskunft zu Vergleichsentgelten erteilen können, beschränkt auf Entgeltregelungen desselben Betriebs und desselben Arbeitgebers.[^entgtranspg-12] Das Vergleichsentgelt bleibt unbenannt, wenn die Vergleichstätigkeit von weniger als sechs Beschäftigten des anderen Geschlechts ausgeübt wird.[^entgtranspg-12] Ab mehr als 500 Beschäftigten mit Lageberichtspflicht kommen nach Geschlecht aufgeschlüsselte Angaben zur durchschnittlichen Gesamtzahl der Beschäftigten und zur Zahl der Voll- und Teilzeitbeschäftigten hinzu.[^entgtranspg-21] Voraussetzung für beides ist eine Tätigkeitsklassifikation, die Vergleichbarkeit überhaupt herstellt.
Kann HR-Software die gesetzliche Arbeitszeiterfassung übernehmen?
Ja, wenn sie die gesamte Arbeitszeit abbildet. Der Arbeitgeber ist nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts verpflichtet, ein System zur Erfassung der geleisteten Arbeitszeit einzuführen.[^bag-1abr2221] Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales weist darauf hin, dass für die Aufzeichnung derzeit keine Formvorschrift besteht, dass der Arbeitgeber die Aufzeichnung delegieren kann, aber für die Einhaltung der öffentlich-rechtlichen Vorgaben verantwortlich bleibt.[^bmas-faq-zeit] Prüfen Sie deshalb vor allem, wie das System mit Lücken und nachträglichen Korrekturen umgeht.
Welche Anbieter sind die größten im deutschen HR-Markt?
Die Marktanteile verschieben sich zwischen internationalen Plattformen, die Personal, IT und Abrechnung zusammenführen, und Anbietern mit Schwerpunkt auf deutschem Arbeits- und Sozialrecht. Für eine Entscheidung ist die Größe des Anbieters allerdings der schwächere Indikator. Aussagekräftiger sind drei Prüfungen: Bildet das System die Schwellenwertpflichten ab, die für Ihren Betrieb gelten? Lässt es Auswertungen so begrenzen, dass eine Betriebsvereinbarung möglich wird? Und gibt es die Daten am Ende vollständig wieder heraus?
Was sind HR-Tools?
Gemeint sind einzelne Anwendungen für abgegrenzte Aufgaben der Personalarbeit – Bewerbermanagement, Abwesenheitsverwaltung, Zeiterfassung, Weiterbildung, Mitarbeiterbefragung. Sie stehen im Gegensatz zur durchgängigen Plattform, die alles auf einem Datenstamm führt. Für kleinere Betriebe ist die Kombination einzelner Werkzeuge oft schneller einsatzbereit; ab einer gewissen Größe überwiegt der Aufwand, dieselben Stammdaten an mehreren Stellen zu pflegen und bei Austritten überall gleichzeitig zu bereinigen.
Welche Software eignet sich für Personalvermittler?
Hier gelten andere Anforderungen als in der internen Personalarbeit: Im Vordergrund stehen Kandidatenpool, Abgleich mit Stellenprofilen, Kommunikation mit mehreren Auftraggebern und die saubere Trennung der Mandate voneinander. Datenschutzrechtlich verschiebt sich der Schwerpunkt, weil Kandidatendaten nicht als Beschäftigtendaten verarbeitet werden – die Einwilligung und ihre Dokumentation rücken damit an die Stelle, die im internen Fall die Erforderlichkeit einnimmt.[^bdsg-26]
Muss die HR-Software auch die Entgeltabrechnung übernehmen?
In vielen mittelständischen Betrieben bleibt die Abrechnung bei der Steuerkanzlei oder einem Abrechnungsdienstleister, während Stammdaten, Zeiten und Abwesenheiten im eigenen System liegen. Entscheidend ist dann die Übergabe: Welche Werte gehen monatlich hinaus, in welchem Format, und wer prüft sie vorher? Übernimmt die Software die Abrechnung selbst, verschiebt sich der Prüfschwerpunkt auf die laufende Pflege der gesetzlichen Rechengrößen – fragen Sie, wie und wie schnell Änderungen eingespielt werden.
Wie lange dürfen Unterlagen in der digitalen Personalakte bleiben?
Eine einheitliche Frist gibt es nicht; maßgeblich ist die Art der Unterlage. Wo Dokumente zugleich Buchungsbelege sind, greift die achtjährige Aufbewahrungsfrist der Abgabenordnung, für Bücher und Abschlüsse die zehnjährige.[^ao-147] Bewerbungsunterlagen aus abgeschlossenen Verfahren tragen dagegen keine solche Frist und unterliegen dem Grundsatz, personenbezogene Daten nur so lange zu verarbeiten, wie es für den Zweck erforderlich ist.[^bdsg-26] Ein System, das Fristen je Dokumentart führt und Löschungen anstößt, nimmt diese Unterscheidung ab.

Quellen