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CRM-Software auswählen: Was ein CRM-System in Deutschland leisten muss

Ein CRM-System bündelt, was ein Unternehmen über seine Kunden und Interessenten weiß, und macht daraus einen Arbeitsablauf: Kontakt, Angebot, Nachfassen, Abschluss, Betreuung. So weit ist die Definition international. Was den deutschen Fall davon unterscheidet, sind drei Bindungen, die schon bei der Auswahl greifen. Werbliche Ansprache per E-Mail oder Telefon ist nur in engen Grenzen ohne vorherige Einwilligung zulässig.[^uwg-7] Das Setzen von Wiedererkennungsmerkmalen auf dem Endgerät eines Websitebesuchers braucht eine eigene Einwilligung, unabhängig von der datenschutzrechtlichen Grundlage der späteren Verarbeitung.[^tdddg-25] Und ein System, das Aktivitäten des Vertriebs mitschreibt, ist eine technische Einrichtung im Sinne der Betriebsverfassung, sobald ein Betriebsrat besteht.[^betrvg-87] Diese Seite behandelt daher nicht nur den üblichen Funktionsvergleich, sondern die Punkte, an denen eine CRM-Einführung in Deutschland tatsächlich hängen bleibt: die Einwilligungslogik, die Rechteverwaltung, die Betriebsvereinbarung und die Frage, wie sauber sich Daten wieder herausbekommen lassen.

Was den Markt in Deutschland prägt

Die Zielgruppe ist überwiegend klein. 2024 zählten rund 3,2 Millionen Unternehmen und damit 99,3 Prozent zu den kleinen und mittleren Unternehmen, 2,7 Millionen davon zu den Kleinstunternehmen.[^destatis-kmu] Für Betriebe dieser Größe ist ein CRM selten das erste System, sondern kommt zu Buchhaltung, Warenwirtschaft oder Projektverwaltung hinzu – die Anschlussfähigkeit an Vorhandenes wiegt entsprechend schwer.

Zugleich verschiebt sich die Auswahlfrage vom Funktionsumfang zur Datenherkunft. Eine Kontaktliste, die aus Messeleads, Websiteformularen und übernommenen Beständen zusammenwächst, trägt sehr unterschiedliche Rechtsgrundlagen in sich. Ob ein System diese Herkunft je Datensatz festhält und bei der Selektion für eine Kampagne berücksichtigt, entscheidet darüber, ob die spätere Ansprache tragfähig ist. Systeme, die Einwilligung nur als Häkchen ohne Zeitpunkt, Wortlaut und Nachweis führen, verlagern dieses Risiko in den Betrieb.

Für Cloud-Angebote hat sich der Kriterienkatalog C5 des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik als Vergleichsmaßstab etabliert; nach Kenntnis des BSI wurden bereits mehr als hundert Testate für nationale, europäische und weltweite Anbieter erstellt.[^bsi-c5] Er ersetzt keine eigene Risikoanalyse, verkürzt aber die Prüfung erheblich.

CRM-System im Vergleich

5 Lösungen, sortiert nach SpotScore — einer Kennzahl aus Bewertungen, geprüften Erfahrungsberichten und Funktionsumfang.

  1. Teamleader

    8.8 SpotScore4,5 / 5 · 160 BewertungenFree TrialSubscription

    CRM für kleine Unternehmen, das Aufgaben und Notizen, Rechnungen und Zahlungen sowie Auswertungen und Nachfassaktionen in einer Oberfläche zusammenführt.

  2. CAS CRM

    8.4 SpotScoreQuotation Based

    Übersichtliches CRM für kleine und mittlere Unternehmen zur Verwaltung von Kontakten, Leads, Nachrichten und Verkaufschancen an einer zentralen Stelle, mit kurzer Einarbeitungszeit.

  3. OrangeCRM

    8.2 SpotScoreOne-time licenseSubscription

    Vollständig browserbasiertes CRM, das Kundendaten sammelt, speichert und ordnet und von jedem Rechner oder Mobilgerät aus erreichbar ist.

  4. Wice CRM

    8.1 SpotScore4,0 / 5 · 8 BewertungenFreemiumOne-time licenseSubscription

    Cloudbasiertes CRM für Vertrieb und Kundenservice mit Account- und Kontaktverwaltung, Aufgabensteuerung, Absatzprognose, Serienversand und Angebotserstellung.

  5. ZeyOS

    8.0 SpotScore4,0 / 5 · 1 BewertungenFreemiumSubscriptionQuotation Based

    CRM- und E-Business-Plattform für mittlere und große Organisationen mit Prozessautomatisierung, dynamischer Geschäftsmodellierung und Steuerung von Arbeitsabläufen in einem System.

Rechtlicher Rahmen in Deutschland

Werbliche Ansprache nach § 7 UWG

Werbung per elektronischer Post ist ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten stets eine unzumutbare Belästigung; dasselbe gilt für automatische Anrufmaschinen und Faxgeräte.[^uwg-7] Beim Telefonanruf unterscheidet das Gesetz: Gegenüber Verbrauchern ist die vorherige ausdrückliche Einwilligung nötig, gegenüber sonstigen Marktteilnehmern genügt zumindest die mutmaßliche Einwilligung.[^uwg-7]

Für Bestandskunden gibt es eine eng gefasste Ausnahme, die vier Bedingungen zugleich verlangt: Die Adresse stammt aus dem Verkauf einer Ware oder Dienstleistung, sie wird für eigene ähnliche Waren oder Dienstleistungen genutzt, der Kunde hat der Verwendung nicht widersprochen, und er wird bei Erhebung und bei jeder Verwendung klar und deutlich auf sein Widerspruchsrecht hingewiesen.[^uwg-7] Ein CRM muss diese vier Merkmale je Kontakt abbilden können, sonst ist die Ausnahme im Zweifel nicht belegbar.

Einwilligung auf dem Endgerät nach § 25 TDDDG

Die Speicherung von Informationen auf dem Endgerät eines Nutzers und der Zugriff auf dort bereits gespeicherte Informationen sind nur nach einer auf klaren und umfassenden Informationen beruhenden Einwilligung zulässig.[^tdddg-25] Ohne Einwilligung geht es nur, wenn allein die Nachrichtenübertragung bezweckt ist oder der Zugriff unbedingt erforderlich ist, um einen ausdrücklich gewünschten digitalen Dienst bereitzustellen.[^tdddg-25] Für CRM-Systeme betrifft das jedes Tracking-Skript, jede Besuchererkennung und jede Formularanalyse auf der eigenen Website – zusätzlich zur datenschutzrechtlichen Bewertung der anschließenden Verarbeitung.

Datenschutzbeauftragte nach § 38 BDSG

Ergänzend zur Datenschutz-Grundverordnung benennen Verantwortliche und Auftragsverarbeiter in Deutschland eine Datenschutzbeauftragte oder einen Datenschutzbeauftragten, sobald sie in der Regel mindestens 20 Personen ständig mit der automatisierten Verarbeitung personenbezogener Daten beschäftigen.[^bdsg-38] Unabhängig von dieser Zahl greift die Pflicht, wenn Verarbeitungen einer Datenschutz-Folgenabschätzung unterliegen oder wenn geschäftsmäßig zum Zweck der Übermittlung oder für Zwecke der Markt- oder Meinungsforschung verarbeitet wird.[^bdsg-38] Ein Vertriebsteam, das geschlossen im CRM arbeitet, erreicht die Schwelle schneller als erwartet.

Mitbestimmung bei Leistungserfassung

Der Betriebsrat bestimmt bei der Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen mit, die dazu bestimmt sind, das Verhalten oder die Leistung der Arbeitnehmer zu überwachen.[^betrvg-87] Ein CRM, das Anrufzahlen, Bearbeitungszeiten, Abschlussquoten oder Aktivitätsprotokolle je Mitarbeiter ausweist, fällt darunter, auch wenn eine Überwachung nicht beabsichtigt ist. Praktisch heißt das: Auswertungen, Kennzahlen und Berechtigungen gehören in eine Betriebsvereinbarung, und diese sollte vor dem Rollout stehen.

Aufbewahrung der Geschäftskorrespondenz

Empfangene Handelsbriefe und Wiedergaben abgesandter Handelsbriefe sind sechs Jahre aufzubewahren; als Handelsbrief gilt jedes Schriftstück, das ein Handelsgeschäft betrifft.[^hgb-257] Angebote, Auftragsbestätigungen und die zugehörige Korrespondenz im CRM können darunterfallen. Zugleich verlangt die Datenschutz-Grundverordnung, Daten nicht länger als nötig zu speichern. Beide Anforderungen zusammen ergeben keine pauschale Regel, sondern die Notwendigkeit, im System nach Datenart zu differenzieren – was ein Löschkonzept mit unterschiedlichen Fristen je Objekttyp voraussetzt.

Beschäftigtendaten im CRM

Ein CRM enthält nicht nur Kundendaten. Zuständigkeiten, Zielerreichung und Aktivitätsverläufe sind Beschäftigtendaten, und deren Verarbeitung ist für Zwecke des Beschäftigungsverhältnisses zulässig, soweit sie für dessen Durchführung erforderlich ist.[^bdsg-26] Wo die Verarbeitung auf eine Einwilligung gestützt wird, ist bei der Beurteilung der Freiwilligkeit die im Arbeitsverhältnis bestehende Abhängigkeit zu berücksichtigen; die Einwilligung hat grundsätzlich schriftlich oder elektronisch zu erfolgen.[^bdsg-26] Für die Auswahl bedeutet das: Auswertungen auf Personenebene brauchen eine tragfähige Grundlage, nicht nur eine Einstellungsmöglichkeit.

Worauf es bei der Auswahl ankommt

Einwilligung als Datensatz, nicht als Häkchen

Sehen Sie sich an, was das System speichert, wenn jemand einwilligt: Zeitpunkt, verwendeter Text, Herkunftsformular, Kanalbezug und Widerruf. Die Bestandskundenausnahme des § 7 UWG verlangt den Nachweis, dass bei Erhebung und bei jeder Verwendung auf das Widerspruchsrecht hingewiesen wurde.[^uwg-7] Ein Feld mit dem Wert wahr oder falsch trägt diesen Nachweis nicht. Prüfen Sie außerdem, ob sich Selektionen für Kampagnen auf diese Felder stützen lassen, statt sie nur zu dokumentieren.

Rechteverwaltung bis auf Feldebene

Wer darf Umsätze sehen, wer Notizen zu Personen, wer Exporte anstoßen? Sobald mindestens 20 Personen ständig mit automatisierter Verarbeitung befasst sind, steht ohnehin eine oder ein Datenschutzbeauftragter bereit, um solche Fragen zu klären.[^bdsg-38] Die Antworten muss aber die Software umsetzen können. Achten Sie darauf, ob Rollen auch lesende Zugriffe begrenzen und ob Massenexporte protokolliert werden – das ist zugleich die technische Grundlage für eine Betriebsvereinbarung, die Auswertungen begrenzt.[^betrvg-87]

Anbindung an Buchhaltung und Warenwirtschaft

In vielen Betrieben entsteht der Kundenstamm nicht im CRM, sondern in der Fakturierung. Klären Sie, welches System führend ist und in welche Richtung abgeglichen wird. Da seit 2025 für Umsätze zwischen inländischen Unternehmern die E-Rechnung in einem strukturierten Format vorgesehen ist, laufen Stammdaten wie Rechnungsanschrift und Ansprechpartner zunehmend über dieselbe Kette.[^ustg-14][^bmf-faq-erechnung] Doppelte Pflege an zwei Stellen wird dann teuer.

Serverstandort, Auftragsverarbeitung, Testate

Lassen Sie sich den Verarbeitungsstandort und die eingesetzten Unterauftragnehmer nennen und prüfen Sie, ob ein Prüfbericht nach dem Kriterienkatalog C5 vorliegt. Der Katalog beschreibt Mindestanforderungen an die Informationssicherheit von Cloud-Diensten, wird von Wirtschaftsprüfern testiert und dient Kunden als Grundlage der eigenen Risikoanalyse.[^bsi-c5] Mit dem C5:2026 hat das BSI die Anforderungen fortgeschrieben und dabei erstmals Themen wie Container-Management, Post-Quanten-Kryptographie und Confidential Computing aufgenommen.[^bsi-c5-2026]

Auskunft und Löschung im Alltag

Ein Kunde verlangt Auskunft über die zu ihm gespeicherten Daten – wie lange dauert das in Ihrem künftigen System? Prüfen Sie, ob sich alle Objekte zu einer Person über Verknüpfungen hinweg auffinden lassen, einschließlich E-Mail-Verläufen, Anrufnotizen und Anhängen. Ebenso wichtig ist die Gegenrichtung: ein Löschvorgang, der die aufbewahrungspflichtige Korrespondenz stehen lässt und den Rest entfernt.[^hgb-257] Systeme, die einen Datensatz lediglich deaktivieren, erfüllen das nicht.

Doppelte Datensätze und Zusammenführung

Zwei Einträge für dieselbe Person sind im Alltag der Regelfall, sobald mehrere Kanäle Daten liefern. Sehen Sie sich an, wie das System Dubletten erkennt und was beim Zusammenführen mit den Einwilligungsmerkmalen geschieht – die strengere Angabe muss gewinnen, sonst entsteht aus zwei korrekten Datensätzen ein unzulässiger. Prüfen Sie ebenso, ob eine Zusammenführung rückgängig zu machen ist und ob sie protokolliert wird.

Datenexport und Wechselfähigkeit

Ein CRM bindet über Jahre. Lassen Sie sich vor Vertragsschluss einen vollständigen Export zeigen – mit Verknüpfungen zwischen Kontakten, Firmen, Vorgängen und Aktivitäten, nicht als Sammlung unverbundener Tabellen. Prüfen Sie zusätzlich, ob Anhänge und E-Mail-Inhalte mitgehen und wie lange die Daten nach Vertragsende abrufbar bleiben. Diese Zusage gehört in den Vertrag, nicht in ein Hilfe-Center.

E-Mail-Anbindung und Ablage

Der größte Teil der Kundenkommunikation entsteht im Postfach. Klären Sie, wie das CRM daran andockt: ob Nachrichten vollständig übernommen werden oder nur Betreffzeilen, ob Anhänge mitkommen und ob private Nachrichten zuverlässig außen vor bleiben. Der letzte Punkt ist mehr als eine Höflichkeit – die Verarbeitung von Beschäftigtendaten ist an die Erforderlichkeit für das Beschäftigungsverhältnis gebunden.[^bdsg-26] Prüfen Sie außerdem, wer eine abgelegte Nachricht später sehen kann, wenn die zuständige Person den Betrieb verlässt.

Datenqualität und Pflichtfelder

Ein CRM ist nur so belastbar wie die Felder, die tatsächlich gefüllt werden. Legen Sie vor der Einführung fest, welche Angaben verbindlich sind – Herkunft des Kontakts, Einwilligungsstatus, Zuständigkeit – und prüfen Sie, ob das System diese Vorgaben erzwingen kann, statt sie nur zu empfehlen. Sinnvoll ist zudem eine regelmäßige Auswertung unvollständiger Datensätze, denn Selektionen für Kampagnen stützen sich später genau auf diese Felder.[^uwg-7]

Berichte, die eine Entscheidung stützen

Viele CRM-Auswertungen zählen Aktivitäten, weil sich Aktivitäten leicht zählen lassen. Nützlich sind stattdessen Auswertungen, die eine Entscheidung vorbereiten: Wo bleiben Vorgänge stehen, wie lange dauert eine Phase, welche Herkunft führt zu Abschlüssen. Prüfen Sie, ob sich solche Berichte ohne Zusatzwerkzeug bauen lassen und ob sie sich auf Team- statt Personenebene begrenzen lassen – das erleichtert zugleich die Abstimmung mit dem Betriebsrat.[^betrvg-87]

Schnittstellen und deren Belastbarkeit

Ein CRM steht selten allein. Fragen Sie nicht nur, ob eine Schnittstelle existiert, sondern wie sie sich verhält: Welche Felder werden übertragen, in welche Richtung, wie oft, und was passiert bei einem Konflikt? Klären Sie außerdem, ob es Begrenzungen bei der Zahl der Aufrufe gibt und ob Fehler sichtbar werden oder still verloren gehen. Diese Fragen entscheiden nach einem Jahr darüber, ob die Daten im System noch stimmen.

Häufige Fragen

Was ist ein CRM-System einfach erklärt?
Es ist die gemeinsame Akte für alles, was zwischen einem Unternehmen und seinen Kunden passiert: Wer wurde wann kontaktiert, was wurde angeboten, was wurde vereinbart, was steht als Nächstes an. Statt verteilter Notizen, Postfächer und Tabellen gibt es einen Ort, an dem alle Beteiligten denselben Stand sehen. Der Nutzen entsteht weniger durch das Sammeln als durch die Wiedervorlage: Das System erinnert daran, wo ein Vorgang liegen geblieben ist. In Deutschland kommt eine zweite Aufgabe hinzu – der Nachweis, auf welcher Grundlage jemand angesprochen werden darf.[^uwg-7]
Was ist der Unterschied zwischen CRM und ERP?
Ein CRM organisiert die Außenbeziehung: Interessenten, Angebote, Abschlüsse, Betreuung. Ein ERP organisiert die Innenseite: Beschaffung, Lager, Produktion, Finanzbuchhaltung, Personal. Beide teilen sich Stammdaten – Kunde, Artikel, Preis – und die Grenze verläuft dort, wo aus einem Angebot ein Auftrag wird. Rechtlich unterscheiden sie sich ebenfalls: Beim ERP steht die Ordnungsmäßigkeit der Aufzeichnungen im Vordergrund[^ao-146], beim CRM die Zulässigkeit der Ansprache und die Rechtsgrundlage der gespeicherten Kontaktdaten[^uwg-7].
Sind SAP und CRM dasselbe?
SAP ist ein Anbieter, CRM eine Systemkategorie. Der Anbieter führt neben ERP-Produkten auch Anwendungen für Vertrieb und Kundenbeziehungen, weshalb beide Begriffe im Sprachgebrauch häufig zusammenfallen. Für die Auswahl ist die Unterscheidung wichtig: Die Frage ist nicht, welchen Namen ein System trägt, sondern ob es die Vorgänge abbildet, die in Ihrem Vertrieb tatsächlich anfallen, und ob es sich an Ihre vorhandene Buchhaltung und Warenwirtschaft anschließen lässt.
Welches CRM-System eignet sich für kleine Unternehmen?
Für Betriebe mit wenigen Nutzern zählt vor allem, wie schnell das System ohne Beratungsprojekt in Betrieb geht und ob es die bestehenden Postfächer und Kalender einbindet. Da 2,7 Millionen der deutschen Unternehmen Kleinstunternehmen sind, richtet sich ein großer Teil des Angebots ausdrücklich an diese Größe.[^destatis-kmu] Achten Sie trotzdem auf zwei Punkte, die auch im Kleinen gelten: die Dokumentation der Einwilligung je Kontakt[^uwg-7] und einen vollständigen Datenexport, damit ein späterer Wechsel möglich bleibt.
Gibt es CRM-Systeme kostenlos?
Ja, sowohl als kostenfreie Einstiegsstufe kommerzieller Anbieter als auch als quelloffene Software zum Selbstbetrieb. Bei kostenfreien Stufen lohnt der Blick darauf, welche Grenze zuerst erreicht wird – Anzahl der Nutzer, der Datensätze oder der E-Mail-Sendungen – und was der Wechsel in die nächste Stufe kostet. Beim Selbstbetrieb wandert der Aufwand in die eigene IT: Aktualisierungen, Sicherungen und die Absicherung des Zugriffs bleiben dann Ihre Aufgabe, ebenso die Einwilligungsdokumentation.[^tdddg-25]
Darf ich Geschäftskunden ohne Einwilligung per E-Mail anschreiben?
Werbung per elektronischer Post setzt die vorherige ausdrückliche Einwilligung des Adressaten voraus; das Gesetz macht dabei keinen Unterschied zwischen Verbrauchern und Unternehmen.[^uwg-7] Die einzige Öffnung ist die Bestandskundenausnahme, und sie verlangt vier Bedingungen gleichzeitig: Die Adresse wurde im Zusammenhang mit einem Verkauf erlangt, sie wird für eigene ähnliche Waren oder Dienstleistungen genutzt, es liegt kein Widerspruch vor, und bei Erhebung wie bei jeder Verwendung wird auf das Widerspruchsrecht hingewiesen.[^uwg-7] Beim Telefonanruf gegenüber einem Unternehmen genügt dagegen die zumindest mutmaßliche Einwilligung.[^uwg-7]
Braucht die Einführung eines CRM die Zustimmung des Betriebsrats?
Sobald ein Betriebsrat besteht und das System Verhalten oder Leistung der Beschäftigten erfassen kann, greift das Mitbestimmungsrecht bei Einführung und Anwendung technischer Einrichtungen.[^betrvg-87] Auf die Absicht kommt es nicht an; entscheidend ist die Eignung des Systems. Planen Sie die Abstimmung deshalb früh ein und bringen Sie konkrete Unterlagen mit: welche Kennzahlen entstehen, wer sie sieht, wie lange Aktivitätsprotokolle bleiben und welche Auswertungen ausgeschlossen sind.
Wo dürfen die Kundendaten gespeichert werden?
Für die Speicherung selbst gilt der Rahmen der Datenschutz-Grundverordnung, ergänzt um das Bundesdatenschutzgesetz. Für die Bewertung eines konkreten Cloud-Dienstes bietet der Kriterienkatalog C5 einen geprüften Maßstab: Er beschreibt Mindestanforderungen an die Informationssicherheit, wird durch Wirtschaftsprüfer testiert und ist als Grundlage für das eigene Risikomanagement gedacht.[^bsi-c5] Verlangen Sie den Prüfbericht und lesen Sie die Systembeschreibung – dort steht, was der Anbieter tatsächlich abgesichert hat.[^bsi-c5]
Wie lange darf ich Kontaktdaten im CRM aufbewahren?
Die Antwort hängt von der Datenart ab, nicht vom Datensatz. Für Handelsbriefe gilt eine Aufbewahrungsfrist von sechs Jahren, für Buchungsbelege acht.[^hgb-257] Reine Interessentendaten ohne Geschäftsbeziehung tragen keine solche Frist und unterliegen dem datenschutzrechtlichen Grundsatz der Speicherbegrenzung. Sinnvoll ist deshalb ein Löschkonzept, das je Objekttyp eine Frist vorgibt, und ein System, das diese Fristen automatisch anwendet statt sie in einer Tabelle zu verwalten.
Was ist ein CRM-Programm?
Der Begriff wird meist gleichbedeutend mit CRM-System verwendet. Wo eine Abgrenzung gemeint ist, bezeichnet Programm eher eine lokal installierte Anwendung, System eher eine Plattform mit Datenbank, Rollen und Schnittstellen. Für die Auswahl ist die Unterscheidung nur insofern wichtig, als eine lokal betriebene Anwendung Ihnen den Speicherort und die Pflege überlässt, während bei einem Cloud-Dienst beides beim Anbieter liegt und über einen Prüfbericht nachweisbar sein sollte.[^bsi-c5]
Wie führt man ein CRM-System ein, ohne dass es liegen bleibt?
Erfolgreich sind meist Einführungen, die mit einem Vorgang beginnen statt mit dem gesamten Vertriebsprozess: etwa der Angebotsverfolgung. Übernehmen Sie zunächst nur Kontakte mit klarer Herkunft und dokumentiertem Einwilligungsstatus, denn eine Altdatenübernahme ohne diese Angaben erzeugt Bestände, die für eine Ansprache nicht nutzbar sind.[^uwg-7] Legen Sie früh fest, wer Vorlagen und Pflichtfelder pflegt, und stimmen Sie Auswertungen mit dem Betriebsrat ab, bevor der Rollout beginnt.[^betrvg-87]
Was sind Beispiele für den Einsatz eines CRM?
Drei Muster decken die meisten Betriebe ab. Im Handel und in der Industrie begleitet das CRM den Weg von der Anfrage über das Angebot bis zum Auftrag und hält Nachfassfristen. In Dienstleistungsbetrieben führt es Betreuung und Verlängerungen laufender Verträge. Im Projektgeschäft dient es der Vorqualifizierung, bevor ein Angebot überhaupt kalkuliert wird. Welches Muster überwiegt, entscheidet darüber, welche Felder wirklich gebraucht werden – und welche nur Pflegeaufwand erzeugen.
Wann lohnt sich der Wechsel von einer Tabelle zu einem CRM?
Drei Anzeichen sprechen dafür: Mehrere Personen pflegen dieselbe Liste und überschreiben sich gegenseitig; Nachfassfristen werden übersehen, weil niemand erinnert wird; und die Herkunft eines Kontakts lässt sich nicht mehr rekonstruieren. Besonders das dritte Anzeichen wiegt schwer, weil eine werbliche Ansprache in Deutschland an eine dokumentierte Grundlage gebunden ist.[^uwg-7] Eine Tabelle, in der Einwilligungen als Vermerk stehen, trägt diesen Nachweis im Zweifel nicht.

Quellen